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Samstag, 30. August 2014

Muros bis Ria de Arousa/ Galizien/ Spanien

Muros bis Ria de Arousa:

Nach nunmehr schon über einem Monat in Spanien einige Eindrücke vom Land in unsortierter Reihenfolge:

Hafenbürokratie – in den fjordartigen Rias gibt manchmal sehr gute Ankerplätze – und es ist im Gegensatz zu England an der spanischen Atlantikküste immer kostenloses Ankern. In den Häfen gibt es eine seitens des Staates vorgegebene Bürokratie: Man muss mit Ausweis, Versicherungsnachweis, Schiffspapier antreten und es wird ein umfangreiches Formular ausgefüllt, dieses wird wieder zu einer zentralen Stelle weitergeleitet. Dies dient letztendlich der Steuererfassung, die Gefahr setzt nach 6 Monaten Aufenthalt im Land ein. Wir haben aber nicht vor, solange in Spanien zu bleiben.
Die Häfen sind auch erstaunlicherweise immer 24 h am Tag besetzt, dies ist natürlich mit einem erheblichen Personalaufwand verbunden.

Zeit, Ladenöffnungszeiten: in Spanien gilt die mitteleuropäische Sommerzeit, so wie auch in Deutschland. Da das Land aber wesentlich weiter im Westen liegt, führt dies dazu, daß die Sonne erst um 8 h Ortszeit aufgeht und es bis ca. 22h noch hell ist. Die Läden machen typischerweise erst um 9 oder 10h auf und schließen zumeist während der Siestazeit für 2-3 h, so etwas zwischen 14 und 17 h. Dafür hat man denn abends zumeist bis 20 oder 21h auf.
Gegessen wird oft sehr spät, viele Restaurants öffnen erst um 21h, ab ca. 22h wird es denn langsam voll. (In Flensburg hat man in manchen Lokalen Probleme, nach 20 h überhaupt noch etwas zum Essen zu bekommen.)

Mitsegler: Insgesamt gibt es eine sehr übersichtliche Anzahl von Segelbooten aus nordeuropäischen Ländern, eine Mischung aus Franzosen, Holländern, Engländern, einige Skandinaviern und natürlich auch einigen deutschen Booten. Während das Gebiet hier für die Franzosen und auch einige Engländer innerhalb eines Urlaubs angesteuert wird, sind alle anderen auf dem Weg ins Mittelmeer oder auch in die Karibik oder gleich auf Weltumseglung. Die Boote sind zumeist entsprechend ausgerüstet: Solarmodule, Windgenerator, Stufen am Mast, Rettungsinsel, Satellitentelefon, manchmal Kurzwellenfunk, WLAN Verstärker zum Einfangen von Hotspots an Land, ..., eben was man so braucht.  

Und nun vielleicht einige Bilder aus der letzten Zeit:

Die typischen Häuser in den Ortschaften, hier Muros, oft aus Granitsteinen gebaut und den typischen   verandaartigen Vorbauten


Abends um ca. 21:30 h - wir sind anscheinend bei Flut angekommen, zur Wasseroberfläche sind es mindestens 2 m !


Der sehr schöne Strand ca. 7 km von Muros

Meine alten Schuhe, schon einmal selbst geflickt. Der einfache Gedanke von Ersatzbeschaffung in Spanien war unrealistisch, weil die Herrengrößen hier bei 44 aufhören. Und in zu engen Schuhen läuft es sich schlecht. Die Lösung - wir haben neue Sandalen aus Deutschland mitbringen lassen.

Einige Eindrücke von unserer Busfahrt nach Santiago de Compostella:
Die lange Schlange vor der Stempelstelle für den Pilgerpass..

Blick auf die sehr schöne alte Kirche, gebaut so um 1150.

Pilger...

Ghandi als lebendes Monument...

verteilt Zitate von Ghandi....

nochmal die Kathedrale...

und Fahrradpilger...

Ein Hund als Pilger...

und nochmal erschöpfte Pilger auf dem Vorplatz.

Insgesamt treffen wir viele Pilger aus allen möglichen Teilen der Welt, viele sind 200 bis 300 km bei einer Tagesleistung von ca. 20 km gelaufen. Man sieht auch Rollstuhlfahrer und die Stimmung ist sehr gut. Wir nehmen uns daher vor, in den kommenden Jahren auch selbst nochmal nach Santiago de Compostella zu wandern.

Dudelsackspieler - In Spanien, nicht in Schottland : Die Provinz in der Nordwestecke von Spanien heißt Galizien und die lokalen Traditionen werden sehr stark gepflegt. Galizisch ist eine eigene Sprache und ist nach der Befreiung vom Franco-Regime auch als Amtssprache wieder in Gebrauch. Die Galizier sehen sich als Kelten, genauso wie Einwohner von Cornwall, Wales, Schottland oder der Bretagne. 

Ein spanischer Spielmannzug, sehr eindrucksvoll mit vielen Blasinstrumenten.

Ein Eindruck von der Ria de Arousa: Plattformen für die Muschelzucht - an jeder Plattform hängen eine Vielzahl von Nylonseilen im Wasser, an denen die Muscheln aufgezogen werden. Es gibt jede Menge dieser Plattformen im ca. 15-25 m tiefen Wasser. 

Bilder von dem Abtransport der Muscheln; diese werden mit Baggern aus dem Schiff geladen ...

und dann auf große Lastwagen verladen.

Und - es gibt es Unmengen von speziellen Muschelkuttern.
Insgesamt werden hier in den spanischen Rias 90 % des spanischen Muschelbedarfs produziert; es ist "big business".

Manchmal ist das Wasser warm genug zum Baden


Dann - unser Boot im Riesentravellift: wir hatten ein Problem mit einem verklemmten Großfall (das Seil zum Hochziehen des Großsegels). Zur Behebung des Problems musste der Mast abgenommen werden, das Boot wurde kurz an Land abgestellt. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um auch gleich noch einige andere Dinge zu erledigen, so die Montage von Maststufen bis ganz oben.

Die 3 Tage Wartezeit wurden für einen Landausflug genutzt. Am ersten Tag war allerdings Regenwetter angesagt, so daß wir in der alten Keltensiedlung "Castro de Santa Tegra" an der portugiesischen Grenze nur eine Sichtweite von ca. 50-100 m hatten.

Diese Ansammlung von eng zusammenstehenden Rundhäusern auf einem Hügel an der Küste war von ca. 800 B.C. bis ca. 100 A.C. bewohnt und wurde dann in römischer Zeit zugunsten von Siedlungen direkt an der Küste aufgegeben.

 Eindruck des Grand-Hotels in Mondariz, einem Thermalkurort in der Nähe von Vigo.

Es erinnert einen ein bisschen an Baden-Baden.

Die Altstadt von Ribadavia, es war gerade ein Mittelalterfest in Vorbeitung...

ein Blick auf die engen Gassen von Ribadavia. Es gab hier bis ca. 1480 eine große jüdische Gemeinde, die dann von den katholischen Königen brutal vertrieben wurde.

Ein altes Kloster in "San Clodio", das heutzutage als Hotel umgestaltet wurde.

 Die ganze Gegend ist berühmt für den Anbau von Weinen, speziell Weißweine mit Namen "Albarino" und "Ribeiro", hier ein Schild von einer Weinstraße...

 ein Blick auf einige Trauben..

und ein kleiner Eindruck von der sehr grünen Hügellandschaft.

Die Katze hat uns wohl Glück gebracht...


nach der Rückkehr war dank der guten Koordinierung von Nicolas Lebugle (links) alles erledigt, sodass das Boot wieder zu Wasser gelassen wurde.

Ein Blick aus 16 m Höhe auf "man suutje", erklettert auf den neuen Maststufen.

Zum Schluß: Morgenstimmung im Hafen von Ribeira, Ria Arousa.