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Dienstag, 23. September 2014

Leixos/ Porto bis Lissabon

Leixos/ Porto bis Lissabon



In Porto treffen wir uns doch noch mit Hans Uwe. Er fuhr mehr als 3 Monate nach uns in Flensburg los und kam doch vor uns an: Per Fahrrad von Flensburg über Paris nach Lissabon. Natürlich haben wir viel zu erzählen. Wir genießen das Bummeln durch das sonnige Porto an diesem Samstag und entdecken zufällig einen feinen Kunsthandwerkermarkt, gehen essen und folgen interessiert einer Portweinführung und -probe bei Sandemann. 



Sonntag Morgen ist endlich kein frischer (5Bft), starker (6 Bft), steifer (7 Bft)  oder stürmischer (8 Bft) Wind mehr aus Süd. Endlich können wir wieder segeln. 
Ab Mittag ein schöner NW Wind, der uns 5 - 6 Knoten laufen lässt. Sonne, frische Luft, weiter Blick, ... Es ist herrlich. Wir lassen uns durch die Gegend schaukeln und können auch mal den Blister setzen. Es läuft und läuft. Eine elegante, alte, klassische Yacht aus Holland überholt uns gemächlich. Einem blauen Stahlknickspanter aus Finnland laufen wir davon, später er uns. So ist es schön. So lieben wir das Segeln. So kann es ewig weiter gehen.



Gegen Abend entschließen wir uns, nicht wie anvisiert in Figuera da Foz einzulaufen. Einige Stunden und Seemeilen später laufen wir auch an Nazaré vorbei. Es ist dunkle Nacht ohne Mond. Delphine - sonst der herzerwärmende Höhepunkt eines Tages - erschrecken uns mit ihrem fortwährenden plötzlichen Auftauchen und Ausschnauben neben dem Heck. Ab Mitternacht blitzt und zuckt es um uns herum: Wetterleuchten, manchmal mit etwas Donnergrollen. Die Stoppuhr in der Tasche zählt die Sekunden bis zum Donnergrollen mit. Alle Gewitter um uns herum sind noch weit entfernt, doch die Spannung in der Luft elektrisiert auch uns. Mit gerefftem Großsegel und Fock brausen wir durch die Nacht. Als es gegen 7 Uhr mit dem Wachwechsel hell wird, ist der Spuk vorbei, aber es windet kaum noch. Nun muss leider der Motor ran. Trotzdem drehen wir auch nicht in den nächsten Hafen Peniche ab. Wir waren in den letzten zwei Monaten so lange in Häfen und Buchten und in Flauten und Nebel und fest am Steg im Sturm. Nun ist es draußen und unterwegs am schönsten. 
So kommen wir nach 36 Stunden in Cascais/ Lissabon an.