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Samstag, 22. November 2014

Teneriffa II

Letzter Bericht aus Santa Cruz/Teneriffa

Die letzten 2 Wochen waren geprägt von
  • permanenten Vorbereitungen auf den großen Sprung im Hinblick auf Lebensmittel-Vorräte und Ausrüstung des Bootes
  • regelmäßiger Physiotherapie für den lädierten Fuß (Paul)
  • einigen Ausflügen in das schöne Anaga-Gebirge
  • Streifzügen durch die schöne Altstadt von Santa Cruz






Das Leben am Steg ist interessant: Die meisten Nachbarn sind auch mit Vorbereitungen auf die große Reise beschäftigt und die Boote sehen mehr oder minder beladen aus. Viele entschließen sich in letzter Minute noch zu größeren Investitionen, rüsten z. B. noch Solarmodule oder Windgeneratoren nach, bauen Windfahnensteuerungen an oder verlaschen viele neue Kanister für zusätzliche Wasser- oder Dieselvorräte an die Reling.


Erstaunlich ist die Anzahl der jungen Leute, die auf der Suche nach einer Mitsegelgelegenheit über den Atlantik oder zu den Kapverden über die Stege laufen und bei uns und den anderen Yachten anklopfen. Mit freundlichem Gesichtsausdruck und z.T. riesigen Rucksäcken und – wie uns manche berichten - voller neuer Hoffnung nach der Desillusionierung in Las Palmas/ Gran Canaria, wo zeitweise 20 bis 30 Leute auf und ab pirschen und um die heißbegehrten „Hand gegen Koje“-Angebote buhlen.










Der heutige Freitag war wieder von einem Großeinkauf dominiert: Dieses Mal für verderbliche Lebensmittel. Bei dem lokalen „HiperDino“ füllten wir 3 Einkaufswagen mit Obst und Gemüse
(12 kg Kartoffeln, 4 kg Zwiebeln, 4 große Netze Apfelsinen, viele Paprika; Mangos, Kiwis, Bananen ... für das tägliche Frühstücksmüsli; Käse, Joghurt, Chorizo und viel Trinkwasser in den hier üblichen 8 Liter-Kanistern. Nach dem Bezahlen wurde alles in 7 große Transportkisten verpackt, die uns 2 Stunden später 2 gutgelaunte Supermarktangestellte mit einem Kleintransporter direkt ans Boot lieferten. Ein Spitzenservice!





Das Wetter:
Während es bis Dienstag wie im deutschen Hochsommer war, hat sich in den letzten Tagen ein Tief um die Kanaren herausgebildet, das stärkere Winde, Bewölkung und Regen mit sich bringt. Typisches „Schietwetter“, wie wir es von Norddeutschland kennen, allerdings mit moderateren Temperaturen. Gestern morgen waren es aber nur 17 Grad in der Kajüte; so kalt hatten wir es seit Mai nicht mehr.
Ab Montag, also übermorgen, soll sich die Situation verbessern. Das Azorenhoch scheint sich wieder voll auszubreiten und wir hoffen für die nächste Woche auf mäßige nördliche Winde und viel Sonne für das große Ablegen. Natürlich verfolgen wir seit vielen Tagen die Wetterlage. Zur zusätzlichen Absicherung haben wir für morgen bei der Kieler Firma „Wetterwelt“ (Meno Schrader) eine 7-Tages-Törnberatung angefordert.


Und dann?
Die Distanz nach Tobago beträgt ca. 2800 sm (etwa 5300 km). Dafür werden wir so 20 – 25 Tage brauchen. Zwischendurch werden wir alle paar Tage per Satellitentelefon einen SMS-Kurzbericht an Jens schicken, der ihn in unseren Blog stellt. Falls Ihr nichts zu lesen bekommt, liebe Freunde und Familie, dann macht Euch bitte keine Sorgen: Es bedeutet nicht, dass wir untergegangen sind (what is more dangerous: driving or sailing?), sondern dass höchst wahrscheinlich nur die Verbindung zum Satelliten nicht herzustellen ist.
Also dann bis kurz vor Weihnachten. See you.



Dirk ist gestern eingeflogen und hat bei Regen und Sturmböen seine erste Nacht in der Gästekoje genossen: "Es war schön gemütlich." Na, dann kann nichts mehr schiefgehen.