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Donnerstag, 18. Dezember 2014

Atlantiküberquerung

Liebe Familie und liebe Freunde,


nach 23 Tagen, 2 Stunden und 2890 Seemeilen sind wir am Mittwoch, den  17. Dezember 2014 am Ende unserer Atlantiküberquerung von Teneriffa nach Tobago in der Bucht von Charlotteville angekommen.
Wir sind glücklich.
Unsere Malö 116 war uns über 3 intensiv erlebte Wochen ein sicheres und flottes  Gefährt.
Herrlich waren das gleichmäßige Schaukeln, der gleichmäßige Wind und das blaue klare Meerwasser. Segeln immer geradeaus. Herrlich war die schöne Geschwindigkeit und das häufige Wellensurfen. Herrlich war die Ruhe, das Rauschen der Wellen neben dem Boot. Dies war Segeln satt. Das kann süchtig machen.

Ein Fliegender Fisch wird inspiziert



Blick aus der Badluke: Ein schöner Regenbogen







Wunderschön
  • die strahlend blauen Himmel
  • die manchmal gewaltigen, manchmal putzigen Wolkenformationen über dem Himmel rings um uns herum
  • der weite Blick - immer
  • gleichmäßig kleine Schaukelwellen oder schaumgekrönte Wellenberge
  • viele Regenbogen
  • sternenklare Nächte
  • der Mond, mal liegend und orange oder mal voll und gleißend weiß
  • Fische, thunfischartig oder
  • Goldmakrelen, immer lecker in der Bratpfanne
  • Fliegende Fische
  • viele schöne Sonnenaufgänge
  • viele schöne Sonnenuntergänge
  • die von 23 auf 29,4 Grad steigende Wassertemperatur
Baden auf 5000m Wassertiefe - nur Paul und Dirk; nix für Dörte



Gerne verzichtet hätten wir auf

  • die schwarzen Wolkentürme bei 6 - 7 Bft.

  • die nächtlichen sehr starken Böen.

  • die Vielzahl der Reparaturen (2 Falle gerissen, flaue Starterbatterie, kaputtes Relais, Regler für  Windgenerator kaputt, Spibaum erst repariert dann gebrochen, erst Kohlen von BERTAs Antriebsmotor getauscht, dann Antriebsgestänge gebrochen, tropfender Trinkwasserschlauch Spüle, ...)


  • Paul in seiner Lieblingsluke; Cockpit voller Krempel; das Ganze bei jedem Seegang; immer wieder ...



    Wasser auffangen im Schauer wegen Brauchwasserknappheit



    Was nicht hätte passieren dürfen, war dass ...




    • der Spi-Baum am 2. Tag der Atlantiküberquerung den ersten Schaden nahm und nach dem ersten 12 Std-Einsatz am 9. Törntag ganz kaputt ging. So konnten wir das Vorsegel nie wieder ausbaumen. Dadurch verzögerte sich unser Vorankommen beträchtlich.
    • sich dadurch unsere Wasservorräte als knapp erwiesen. Beim Trinkwasser rechneten wir daher in der letzten Woche genau mit. Zum sich Waschen und Duschen war kein Wasser mehr da und das war nicht so lustig.
    • das Getriebe unserer BERTA, der elektrischen Selbststeueranlage, in den letzten 8 Tagen ausfiel. Das dauernde manuelle Rudergehen vor dem Wind erforderte unsere höchste Konzentration. Gut dass wir zu dritt waren und so der Wachplan es erlaubte, dass jeder abwechselnd 3 Std am Stück schlafen konnte.

    Fast überrascht hat uns, ...



    • dass von den vielen Apfelsinen (es waren letztendlich 25 kg) nur einzelne verfaulten.
    • dass das Brotbacken gut geklappt hat.
    • dass das Kochen auch bei 6 Bft und hoher Welle noch ging.
    • der große Angelerfolg.
    Kuchen zum Bergfest - lagenangepasst

    Dankbar sind wir ...
    • Andrea für ihre fürsorglichen sms mit Wind- und Wetterinformationen ans Satellitenhandy.
    • Jens für die Einträge unserer sms in den Blog.
    In vielen Momenten auf dieser Reise ist uns immer wieder bewusst gewesen, wie viel Glück wir haben, diesen lange gehegten Traum verwirklichen zu können und wie  privilegiert ein Mensch ist, der das kann. Wir sind dankbar.

    Zusammengefasst:
    Nur an 5 - 6 Tagen hatten wir auf der Atlantiküberquerung 6 Bft/ Böen 7 und hohe Welle, meist in Kombination mit Regenschauern; Flaute gab es 2 - 3 mal für ein paar Stunden; ansonsten hatten wir traumhafte Segelbedingungen.