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Samstag, 25. Juli 2015

Der letzte Beitrag zu diesem Blog

Unsere Segelreise Einmal Karibik und zurück ist beendet, wie Ihr wisst, liebe Familie, liebe Freunde.

Sollen wir hier noch einmal ein Resume ziehen? - Nein, jeder unserer Blogbeiträge war doch schon Resume!
Was gewinnt man durch solch eine weite Segelreise? Sie ist anstrengend. Sie dauert lange (mindestens 11 – 12 Monate), sie braucht eine intensive Vorbereitung (die Anschaffung und Ausrüstung des Schiffes, der Erwerb der Kenntnisse), sie kostet (neben Boot und Technik u. U. den Verdienstausfall in Sabbatzeiten) und sie ist nicht unriskant (Gesundheit unterwegs, Gefahren).

Den Segelbegeisterten unter Euch, die unseren Blog lesen, weil sie über eine ähnliche Reise träumen, können wir trotzdem raten: Nehmt Euch die Zeit, haltet das Geld dafür zusammen, rüstet Euer Boot gut aus und setzt die Segel!

Die Antwort auf die Frage, ob sich die Reise und der Aufwand lohnen, fällt für jeden und jede anders aus und hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa: Habt Ihr viel Segelerfahrung? Kennt Ihr Euch mit Reparaturen an Bord gut aus? Wieviel von der Welt habt Ihr bereits gesehen?

Nur zu! Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.  


Dienstag, 21. Juli 2015

Unsere Reise in Zahlen


Insgesamt zurückgelegte Seemeilen: 12.110 (für die Landratten – 22.430 km) in 3032 Stunden.

Die Gesamtreise erstreckte sich über 439 Tage (das sind rund 14.5 Monate),
an 71 Tagen wurde die Nacht auf hoher See verbracht, der längste Abschnitt davon war die Strecke von den Kanaren nach Tobago: 23 Nächte auf dem Atlantik. Die 2. Atlantiküberquerung West-Ost dauerte 19 Tage (bis zu den Azoren) und dann noch mal 12 bis Falmouth.

Insgesamt wurden 18 Länder außerhalb Deutschlands angelaufen, 6 davon in Europa (Holland, Belgien, Frankreich, England, Spanien und Portugal) und 12 in der Karibik: Tobago, Grenada, Grenadines, St. Lucia, Martinique (F), Dominica, Guadeloupe (F), Antigua, Montserrat, Nevis & St. Kitts, St. Martin (F, NL), British-Virgin-Islands (GB). Einige davon auch mehrfach, meist war dies mit sehr viel bürokratischem Aufwand verbunden.

In europäischen Gewässern waren wir 224 Tage, am längsten an der englischen Südküste (68 Tage). In europäischen Ländern übernachteten wir meist im Hafen (181), geankert wurde zumeist in Galizien/ Spanien: 43 mal.

In der Karibik blieben wir 140 Tage, davon 116 vor Anker in teils sehr idyllischen Ankerbuchten, mit türkisfarbenem Wasser und fast Badewannentemperatur (28 Grad).


Sonntag, 19. Juli 2015

Einlaufen im Heimathafen Flensburg in Sicht

Gestern flotte Fahrt von Spiekeroog über Brunsbüttel in den Nord-Ostsee-Kanal bis zum Giselaukanal: 90 Seemeilen in 15 Stunden. Tide und Wind haben kräftig mit geschoben.
Vor der Schleuse im Giselaukanal, einem Seitenarm des NOK
Am Donnerstag Nachmittag werden wir in Flensburg eintreffen und damit unseren Törn Einmal Karibik und zurück beenden.

Donnerstag, 16. Juli 2015

Tipp: Fischcurry selbst konservieren


Konserven selber herzustellen ist nicht schwer. Wir haben es wiederholt mit Spaghettisoße Bolognese, aber auch mit Fisch gemacht, wenn wir zu zweit gegen die geangelten Mengen nicht gegen an essen konnten. Am leckersten fanden wir dafür die Gemeine Goldmakrele/ Mahi Mahi mit ihrem weißen Fleisch. Dazu nahmen wir unsere 750 ml Gläser. Im Kühlschapp hielten sich die Gläser mindestens 6 Wochen.
Fischcurry
Wir stellen eine Soße her, in die wir zum Schluss die filettierten Fischgulaschstücke nur noch hinein legen und ein paar Minuten ziehen lassen.
Kleingehackte Knoblauchzehen und Zwiebeln in etwas Olivenöl glasig braten, mit Salz, Pfeffer, Curry würzen, mit viel Sahne und Brühe ablöschen, weiter würzen mit Zitrone, Kokosnusspulver (oder Kokosnussmilch aus der Dose), Zucker, viel Ingwer (frischen Ingwer von Schale und holzigen Teilen befreit durch die Knoblauchpresse drücken) und weiterhin etwas Schärfe hinzu fügen mit Chilipulver, Tabasco o.ä. Etwas reduzieren bis die Soße dicklich ist, dann die Fischgulaschstücke dazu geben und ein paar Minuten mit ziehen lassen.
Alles sehr heiß in sehr gut ausgewaschene, mit kochendem Wasser übergossene (entkeimte) Gläser füllen, Glasränder mit sauberem Tuch sauber wischen, Twist Off Deckel fest zuschrauben und Gläser ruhen lassen, bis sie abgekühlt sind. Die Deckel stülpen sich nach innen.
Dieses Fischcurry kann man verfeinern mit roter Paprika (mit andünsten), mit (Koch)Bananen, frischer Ananas, Kapern, Wein, … (zum Schluss dazu geben und mit erwärmen).
Uns schmeckt dieses Gericht am besten mit Reis. Spaghetti oder (süße) Kartoffeln machen sich aber auch gut dazu.
Man öffne die Konserve nach einem langen anstrengenden Segeltag. Vor Anker. Bei Sonnenuntergang. Mit einem Glas Wein …

Mittwoch, 15. Juli 2015

Spiekeroog

An den vielen Kindern in Vlieland hatten wir unser Vergnügen .
Nach einer angenehmen Übernachtfahrt von 110 Seemeilen sind wir am frühen Morgen mit auflaufendem Wasser im schönen Spiekeroog angekommen.

Samstag, 11. Juli 2015

Tipp: Konserven

Habt Ihr längere Überseetörns vor Euch, eventuell sogar eine Atlantiküberquerung?
Und wisst Ihr noch nicht so genau, wie gut Ihr damit zurecht kommt bzw ob Ihr das Kochen bei jedem Seegang hin bekommt?
Hättet Ihr für diesen Fall gerne gute Fertiggerichte, die Ihr im wesentlichen nur erwärmen müsst?
Esst Ihr durchaus gerne mal deftige Fleischgerichte?
Und könnt Ihr Euch keineswegs mit dem Gedanken an gängige Supermarktkonserven wie Pichelsteiner Eintopf, Ravioli usw anfreunden?
Gibt es bei Euch in der Nähe keine Schlachterei, die Euch versorgt?

Falls das so ist, dann geht es Euch so wie uns im letzten Jahr vor unserer Abreise. Und dann haben wir einen Tipp für Euch:
Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall schickt gut schmeckende Fleischgerichte in Dosen überall hin. Wir hatten letztes Jahr vor unserer Abreise im Internet recherchiert und diese Konserven ohne Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker gefunden. Nach einer kleinen Bestellung zum Probieren bestellten wir uns einige leckere Sachen zum Mitnehmen und haben es nicht bereut. Unsere Lieblingsgerichte sind Rindsrouladen, Sauerbraten und Schweinebratwurst. Vom Griebenschmalz und der Leberwurst hätten wir viel mehr mitnehmen sollen.

Freitag, 10. Juli 2015

Vlieland

Heute sind wir nach einer Übernachtfahrt von Oostende/ Belgien in Vlieland/ Niederlande angekommen, wo uns ein herrlich sonniger, frischer Sommertag empfängt.
Gordon Ashton, Crossing on the Salcombe Ferry Boat


Montag, 6. Juli 2015

England ade. Auf nach Dunkerque

Die 43 Seemeilen von Eastbourne nach Dover legen wir mit dem Strom im Sauseschritt (6 bis 8 Knoten Fahrt) zurück. Interessant ist, dass uns zuerst der Flutstrom mit nach Osten schiebt und nach 20 Seemeilen ist es der Ebbstrom, der, nicht wie man erwarten würde, dann gegen an strömt, sondern das ablaufende Wasser schiebt ab Kap Dungeness die Wassermassen aus dem Ärmelkanal hinaus in die Nordsee, also auch nach Osten. Für detaillierte Informationen, Tabellen, Stromschaubilder ist der Reeds Nautical Almanach eine große Hilfe bzw unerlässlich.
Tidenstömungskarten von Hochwasser minus 5 Std bis HW 6 Std

Der Reeds ist übrigens der einzige Revierführer, den wir von Brunsbüttel bis Südportugal/ Madeira und später wieder ab den Azoren hatten. Zusammen mit den C-Map Karten auf dem Plotter (plus Papierkarten, teils nur Übersegler 1: 300 000) voll ausreichend.
In Dover hat unser Motor mit höheren Drehzahlen als üblich sehr gut zu tun, um uns quer zum Strom in die Einfahrt zu bugsieren.
Gestern, wieder gegen Mittag, ab Dover überrascht uns draußen vor der Einfahrt Nebel. Das AIS auf dem Plotter hilft hier sehr gut, trotzdem sind wir froh, das Radargerät jetzt schon zum 3. Mal hier an der südenglischen Küste einsetzen zu können.
Heute in Dunkerque, nach lecker Baguette und französischem Käse, legen wir mit ablaufendem Wasser um 14.30 ab und möchten je nach Wind bis Nieuwpoort oder Ostende kommen.
Wetter? Keineswegs die deutsche Hitze. Gestern 17 Grad und öfter mal Nieselregen. Heute 20 Grad und warme Sonne.
England, ade. Wir kommen wieder. Du gefällst uns. Aber die Heimat zieht uns doch zurück.

Freitag, 3. Juli 2015

Eastbourne

Bei unseren Reisen in anderen Ländern beeindrucken uns Menschen, Landschaft, Geschichte, Politik, Kultur, Gesellschaft ... Auf der Isle of Wight an der südenglischen Küste beeindruckt uns auch wieder vieles, im besonderen ...
der überaus praktische [:)), :))] Teppichboden in der Toilette eines Cafés in Newport, ...
das Puppenhausgeschäft in der Hollyrood Street in Newport, in dem auch Workshops zur Herstellung von Puppenhauszubehör angeboten werden, ...
seit 20 Jahren im Geschäft und immer noch begeistert erklärt uns der Inhaber die Geschichte seiner Firma, www.dollshousesbydesign.com, und die Details der Puppenhausmanufaktur, ...
 hier der Bau der kleinen Puppenhausfenster, ...
ein Biedermeierwohnzimmer en miniature, ...
das ganze rechte Tablett so groß wie eine Briefmarke.
Welch eine charmante, kleine Nische in der Welt der großen Geschäfte.

In dem ausladenden Haushalts- und Eisenwarengeschäft Hurst in Newport auf der Isle of Wight überraschen und amüsieren uns ...
die Variationsbreite und -menge von Behältern für das englische Nationalgetränk Nr. 1: Tee, ...
 Zubereitungsmittel für das englische Frühstücks-Grundnahrungsmittel Nr. 1: Das Ei, ...
hier der Eitrenner: Das Eigelb wird von dem eiförmigen Eitrenner schonend abgesaugt und ...
sehr wichtig: Der Mikrowellen-Eidünster.
In Newhaven, 52 Seemeilen östlich von der Isle of Wight ...
erleben wir einen Pub voller angeregt tuschelnder Engländer, in Gruppen eifrig bemüht, die richtigen Antworten auf die Quizfragen zu notieren, die der Moderator über Mikrophon stellt.
Heute, Donnerstag,  2. Juli 2015, auf dem 15 sm- Weg nach Eastbourne: Der Leuchtturm unter Beachy Head im Nebel
 - von der schönen hellen Steilküste und den Seven Sisters, den 7 Steilküstenhügeln, ist nichts zu sehen.

Wir lieben England!

Montag, 29. Juni 2015

Cowes

Auf unserer ersten Fahrradtour über die Isle of Wight sehen wir folgendes freundliche Schild und wünschen uns solche Schilder für Deutschland,  damit wir auch daheim gefahrlos über die Straße kommen. ;)

Da es hier ein paar Fahrradstrecken in schöner Landschaft gibt, bleiben wir noch ein paar Tage.

Samstag, 27. Juni 2015

Swanage

Gestern war ein Regentag, den wir mit Busfahrten durch die grüne, hügelige Landschaft nach Torquay (dort Einkauf im 'sale' und 'cream tea' wie im letzten Jahr), über Kingswear und Paignton und zurück verbringen. Dartmouth und Totnes kennen wir von unserem Besuch im letzten Jahr. Auch damals hat es meistens geregnet.
Heute morgen um 5 legt Paul ab.
So schaffen wir bei Sonne und rund 3 Bft die 71 sm nach Swanage, liegen hier über Nacht an einer Mooringboje, um morgen wieder beim Hähnekrähen nach Cowes abzulegen.
Cream tea: 2 scones, jam, cream and a pot of tea
I

Donnerstag, 25. Juni 2015

Dartmouth

In Salcombe wird man mit der kleinen South Sand Fähre an den Strand gefahren, von dem aus der Weg 10 Min zum Anwesen des Erfinders und Wissenschaftlers Otto Overbeck ansteigt. Wunderschöner, kleinerer Garten mit herrlicher Aussicht über die Buchteinfahrt.
Heute hatten wir satte 2 Bft auf dem 19 sm-Seeweg zum hübschen Dartmouth, unterbrochen von Nebel und Flaute.

Dienstag, 23. Juni 2015

Salcombe

Nach 19 sm bei klarer sonniger Frische und 2-3 wellenfreien Beaufort kommen wir heute herrlich segelnd in Salcombe an: Kleine, sehr hübsche Sommerfrische in Flussmündung mit Sandstränden.

Auch hier wie an sehr vielen Orten entlang der südenglischen Küste: Sehr viele sehr schöne, sehr teure Villen

Montag, 22. Juni 2015

River Yealm

Auf unserer Suche nach abgelegenen Orten finden wir heute eine Perle: Bei 4-5 Bft ablandigem und raumem Wind erreichen wir die Idylle des River Yealm östlich von Plymouth in Rauschefahrt.

Idyllisch. Aber leer nicht.
Am nächsten Morgen beim Spaziergang: Klares Wasser, klare kühle Luft, erste warme Sonnenstrahlen, Morgenstille.


Sonntag, 21. Juni 2015

Fowey

Von Falmouth aus besuchen wir mit dem Mietwagen die Trelissik Gardens und St Mawes,  am nächsten Tag die Trebah Gardens, Helford am Hel und den Leuchtturm am Lizard Point, alles sehr sehenswert. Währenddessen werden uns 4 neue Unterwanten bei A2 Rigging Ltd gebaut. Gestern segeln wir bei wenig Wind nach Fowey. Eigentlich interessierten wir uns für Mevagissey,  jedoch verlassen wir den kleinen Hafen mit der hohen Kaimauer wieder: Zu wenig Platz für uns.

Fowey kennen und lieben wir seit unserer Hinreise im letzten Jahr.

Ausblick

11 Monate nach ihrem Ablegen in Falmouth Mitte Juli 2014 hat man suutje ihre eigene Spur gekreuzt. Das große Abenteuer der Nordatlantikumrundung liegt nun hinter uns.
Deshalb werden wir im folgenden nicht mehr so ausführlich berichten. Paul und ich begeben uns nun gemütlich auf die Heimreise nach Flensburg. Wohin wir segeln und wie lange wir uns dort aufhalten, entscheiden Lust und Wetter.


Donnerstag, 18. Juni 2015

Résumé vom Skipper

Ein kurzes Résumé unserer Passage von den Azoren nach Falmouth/ England:
Der ganze Törn war leider von ständigem Ostwind dominiert, so dass wir zumeist sehr hoch am Wind segeln mussten, bei viel Welle und Wind. Dies ist auf die Dauer sehr ungemütlich und belastend, für die Mannschaft aber speziell auch das Schiff.
Erst hier in Falmouth entdecken wir, dass das Rigg aufgrund der Belastungen einige Schäden aufweist, die sich aber zum Glück nicht bis zu einem Bruch einer Want ausgewirkt haben (1 - 2 Kardeele von 4 der insgesamt 6 Wanten, nämlich der vorderen und der hinteren, sind gebrochen).
Der Schaden an der erst vor 6 Monaten erneuerten vorderen Want...
Sehr erleichternd war sicher das reibungslose Funktionieren der Simrad-Selbststeueranlage. Dies ersparte es uns, bei Wind und Wetter selbst hinter dem Steuerrad zu stehen. Stattdessen konnten wir uns fast immer in dem geschützten Raum unter der Sprayhood aufhalten.
Was macht man ohne Fernsehen und Radio in den langen Stunden an Bord, außer Wind und Wellen, Navigation, Segelführung und Technik beobachten? Lesen, schlafen, kochen, essen, immer im Wechsel.
Unser Bücherstapel, im Hafen fotografiert
Auch an elektrischer Energie für den Betrieb von Navigation und Selbststeueranlage mangelte es nie, da unser Windrad ständig mit guter Leistung in Betrieb war.
Jürgen hat täglich für eine leckere Mahlzeit gesorgt. Wegen der ständigen Schräglage haben wir fast immer aus unseren Müslischalen gegessen, die Tede hier jongliert.
Der Tomaten-Wurst-Eintopf...,
manchmal unvergleichliche Sonnenuntergänge...
und beeindruckende Wolkenformationen.
Gelegentlicher Besuch von Delfinen...,
Jonathan, unsere Bordmöve, besuchte uns etwa 24 Stunden lang, anfangs total erschöpft. Wir päppelten ihn auf, irgendwann wurde er dann wieder mobiler.
Lizard Point, das Cliff kurz vor Falmouth kommt in Sicht.
Ein letztes Foto der Crew, morgens um 6:00h geht es für Jürgen und Tede mit dem Zug heimwärts.
Unter dem Strich sind wir dankbar, es heil bis nach Falmouth geschafft zu haben. Neben einer umsichtigen Seemannschaft ist dies auch der hervorragenden Stabilität unser alten Malö-116 zu verdanken. Und - einer Portion Glück: wir hatten tagelang starken Wind, aber keinen Sturm und es ist nichts schwerwiegendes kaputt gegangen. Der wichtigste Faktor vielleicht auch: eine sehr gute Mannschaft, die diszipliniert und in immer guter Stimmung diese doch teilweise großen Entbehrungen freiwillig auf sich genommen hat.

In Summe legten wir seit Guadeloupe 31 Tage auf See und 4098 Seemeilen zurück. Das sind so etwa 7000 km. 

Samstag, 13. Juni 2015

12. Tag ANGEKOMMEN!

Um 6:45 Uhr ruft Paul mich mit dem normalen Handy an. Die Scilly Islands liegen vor ihnen. Noch 2 -3 Stunden bis zum tatsächlichen Landfall, dann kommt diese lange und anstrengende Segelreise zu ihrem Ende. Große Erleichterung bei mir. Dieser Törn hörte sich sehr oft nach einem Test von Mensch und Material an.
Aber da lassen wir die Mannschaft lieber selber zu Wort kommen.

SMS um 13:30 Uhr:
Position        49°54' N, 05° 47' W
wenig Wind aus NW
motorsegeln
Noch            36 sm bis Falmouth

Anruf um 21:18 Uhr:
Ja!!! Sie sind da!!! Falmouth ist voll, aber sie liegen fest im Päckchen neben netten Nachbarn, die gleich mit dem Code für die Duschen heraus rücken. Sie sind da!! Sie werden - ja was? Erst duschen oder erst feiern? Egal was. Sie sind da. Hurray!

Freitag, 12. Juni 2015

11. Tag auf See zwischen Horta und Newlyn/ Südengland

Position        49°49' N, 08° 45' W
Etmal           122 sm
Wind            3 - 5 m/sec aus 30°
Kurs             80 Grad
Speed           4-5 kn, seit 5h Motor an
Noch            124 sm bis Newlyn (in 83°)
Angaben von 14:30 Uhr

SMS um 8:30 Uhr auf meine Frage wie es läuft:
Bisher klappt es, sehr ruhige nacht bei gutem kurs, 115 grd. Jetzt 49.48n
9.27w; noch 151 sm. Sonst bedeckt, nasskalt, nebel. Moeve als blinder
passagier

Meine Info::
UGRIB (zZt sehr unzuverlässig): ab15h SO-S-SW 3 - 5 Bft bis Newlyn. Hurray.

SMS von man suutje um 14:30 Uhr:
Jetzt 1413 smseit azoren, 3931 seit guadeloupe! Dicker nebel, kalt,
mannschaft wohlauf
Danke fuer wetterinfo, passender wind zum abschluss tut gut!
Lg paul

Donnerstag, 11. Juni 2015

10. Tag auf See zwischen Horta und Wer-weiß-wohin

Position        50° 25' N, 11° 32' W
Etmal           137 sm
Wind            9 -11 m/sec aus 38°
Kurs             115 Grad
Speed           5 -6 kn
Noch            231 sm bis Newlyn (in 95°)
Angaben von 14:40 Uhr

SMS von 10 h:
Guten morgen! Jetzt 50.28/12.05;wind 9-11 msec aus n; bedeckt, kalt,
manchmal nieselregen. kurs 80-90 grd,5-6 kn


SMS von 14:40 Uhr:
Sued-irland jetzt min 100 sm, fast direkt gegen relativ starken wind: 30h
oder mehr u motor. Haben uns deshalb f weiterfahrt entschieden

Na so was! So unstetig wie der Wind mal aus der einen, mal aus der anderen Richtung weht, so sprunghaft wie er aufbrist und abflaut, so unberechenbar wie die Wetterentwicklung zur Zeit ist, so unbeständig sind die Ziele der man suutje. Nun geht es also nach beautiful Newlyn (20 sm westlich Falmouth). Ist auch schön dort.
Auf UGRIB ist z.Zt. kein Verlass: Starkwindphasen gibt es jetzt plötzlich kaum noch. Auch unser Wetter-/Törnberater hinkt der Wetterentwicklung hinterher. Ob dann tatsächlich auf dem direkten Kurs nach Newlyn am Freitag ein Dümpeltag mit Fläutchenwind gegenan ansteht? Behaupten tue ich jedenfalls nichts mehr. Und gibt es danach, wie es sich auf UGRIB momentan abzeichnet, wirklich schönen Westwind auf den letzten Seemeilen? Glauben wir das mal lieber erst, wenn es soweit ist und relaxen derweil. Mein Ticket nach Irland - um 14 Uhr gebucht - hat nur 55 € gekostet. Hab den Jungs nix davon erzählt.

Auf jeden Fall setze ich hier keine Screenshots von Wetterkarten mehr rein.

Mittwoch, 10. Juni 2015

9. Tag auf See zwischen Horta und Cork

Position        50° 27' N, 14° 53' W
Etmal           130 sm
Wind            aus 30°
Kurs             95 Grad
Temperatur   13° Innen
Noch            262 sm nach Cork/ 200 sm nach Dingle
Dieses sind die Daten von 14:40 Uhr.

SMS um 7:50 Uhr:
Jetzt 50.15n;15.25w - noch 224 nm bis dingle. Leichter wind
aus 60 grd, 4 kn richtung 350 grd. Heute vielleicht einige h tuckern

SMS um 14:40 Uhr:
nachts jetzt 13 grd innentemp, regenbekleidung als kaelteschutz. winddreher
von 80 auf 30 grd ab 6h; 5 h tuckern

Dienstag, 9. Juni 2015

8. Tag auf See zwischen Horta und Cork/ Irland

Position        48° 39' N, 15° 39' W
Etmal           131 sm
Wind            NO 5 Bft
Kurs             350 Grad
Speed           5 - 6 Kn
Wetter          sonnig
Noch            416 sm bis Falmouth
Noch            340 sm nach Cork

Wegen der Kreuzerei sind das nur 49 bzw 42 sm Raumgewinn seit gestern.

SMS von 14:30h:
Nach 4 tagen starkwind jetzt nur noch 8-10 m/sec , ein genuss! Stimmung
gut, hoffen auf winddreher richtung o-so

Die Hoffnung auf eine Windrichtungsänderung entspringt dem Wunsch, trotz aller Widrigkeiten Falmouth in Südengland doch noch zu erreichen.
Gestern Nacht hatten die Jungs nämlich schon wieder Falmouth im Visier, ...

48.15n 16.09w wind aus 35 grad  kurs 110 grd; 5-6 kn; 10-12 msec;
jetzt falmouth wieder ziel. wo liegt zentrum v hoch?

... jedoch wurde unserer Mannschaft dieser Zahn heute endgültig gezogen: Rasch zieht ein neues Tief aus der Bretagne bzw der Biskaya auf und bringt sehr starken Wind, dem man wieder einmal tunlichst ausweicht. Als ich heute morgen diese Vorhersage für Donnerstag bei UGRIB sah ...



...war ich entsetzt, denn gestern abend um 22 Uhr war alles friedlich, außer direkt um die Bretagne herum und natürlich dem Starkwind in der größeren Biskaya. Aber dort waren die Jungs gerade schon heraus. Dass sich die Wetterlage so schnell komplett ändern kann, überrascht mich auf´s Neue. Leider konnte ich unsere Crew den ganzen Tag nicht erreichen. Segelten sie etwa immer noch nach Osten? Seit gestern Abend? So konsultierte ich gegen 15 Uhr unsere Wetter-Törnberatung ohne Absprache mit Paul. Und es war gut zu erfahren, dass man suutje diesem Grusel noch rechtzeitig nach Norden ausweichen kann. Die Meteorologen dieser Firma sehen die 8 -9 Bft in Böen nicht so weit nördlich ziehen, wie UGBRIB es tut.
Trotzdem wurde ganz klar von einem Kurs nach Falmouth abgeraten. Die Meteorologen haben in Richtung Ärmelkanal anhaltend viel mehr Wind als UGRIB auf dem Bildschirm. Endlich gegen Abend reagierte Paul auf meine vielen Dringlichkeits-SMS und endlich konnte ich die Warnung los werden, die mir den ganzen Tag auf der Seele lag. Wer es noch nicht weiss: Fern-Segeln auf dem Sofa kann auch nervenaufreibend sein.

Montag, 8. Juni 2015

7. Tag auf See zwischen Horta und Falmouth

Position        48° 39' N, 16° 56' W
Etmal           147 sm
Wind            O 5 - 6 Bft
Kurs             135 Grad
Speed           6 Kn
Wetter          sonnig
Noch            465 sm bis Falmouth
Noch            382 sm nach Cork

Dieses sind die Angaben von 14 Uhr.

Die SMS von 11h heute morgen lautete:
jetzt 48.48n 17.06w, ganze nacht oso mit 10-12 m/sec; ...
Wo segelt man suutje heute um 11 Uhr? Südwestlich von Irland noch im grünen Bereich auf Backbordbug nach NNO. Gelb ist 7 - 8 Bft, hellgrün 6 - 7 und grün 5 - 6 Bft.
Fast der ganze Nordatlantik ist zur Zeit wie ein Ententeich, nur dort nicht, wo man suutje segelt.
Am sehr sehr schwer verständlichen Satellitentelefon um 14 Uhr erfuhr ich immerhin, dass gerade Hochzeitssuppe gekocht oder (?) aus der Dose aufgewärmt wurde und das bei viel Lage, dass in der Nacht heftiges Schwerwetter war (!), die Bordlaune aber prächtig ist (!), dass es Interesse an Flugverbindungen von Cork nach Bremen/ Hamburg gibt (!) und dass die Crew eine Wende gefahren ist (auch ein Ereignis) und also statt weiter nordwärts zu segeln, nun etwas mehr Raum nach Ost gut machen will, um dem Ziel, das nun wohl eher Cork/ Irland als Falmouth/ England heißt, näher zu kommen. Der Wind weht aus der Richtung, in die Jürgen, Tede und Paul wollen, also ist es nur mit viel Zeit möglich nach Falmouth zu gelangen. Zeit, die knapp ist. Cork ist auch schön.
Herrlich, dass diese 30jährige Malö 116 schwerwettertauglich und die Mannschaft fit ist.

Sonntag, 7. Juni 2015

6. Tag auf See zwischen Horta und Falmouth

Position        46° 42' N, 17° 04' W
Etmal           146 sm
Wind            O 4 - 5 Bft
Kurs             25 Grad
Speed           6 - 7  Kn
Luft               15 - 16°; sonnig
Noch            510 sm bis Falmouth

Das sind die Angaben von 14:30 Uhr.
Die SMS um 11: 20Uhr lautete:
Temp faellt weiter: jetzt schon tagsueber lange unterwaesche, 15-16 grd!
maessige winde 6-8 m/sec aus oso, gute fahrt hoch a w, 30 grd


Man suutje ist östlich von dem dicken Regenschattenfleck, südlich der Isobare, die durch Brest und Dover geht.

Samstag, 6. Juni 2015

5. Tag auf See zwischen Horta und Falmouth

Position        45° 06' N, 19° 34' W
Etmal           158 sm
Wind            seit 14 Uhr 6 - 7 Bft
Kurs             47 Grad
Speed           6 - 7  Kn
Luft               17°; bedeckt; Nieselregen
Noch            649 sm bis Falmouth

SMS um 9 Uhr:
Guten morgen!
Seit 8h schweres wetter, 12-16 m/sec aus so - s. wenig segel, schiff laueft
stabil. was erwartet uns?

Telefonat um 14 Uhr:
Alles in Ordnung. Crew erwägt Cork/ Südirland als Anlaufhafen für den Fall, dass die NO Winde tatsächlich anhalten.

Irland? Das wäre doch auch sehr schön! (meint die Blogschreiberin) Und man kann auch gut hin- und herkommen.
Sie sind ein kleines bisschen südöstlich der östlichsten roten Feder des Tiefdruckgebietes

Freitag, 5. Juni 2015

4. Tag auf See zwischen Horta und Falmouth

Position        43° 20' N, 22° 10' W
Etmal           112 sm
Wind            Flaute
Kurs             50 Grad
Speed           4 - 5  Kn unter Motor
Luft               17°; bedeckt
Noch            801 sm bis Falmouth

SMS von 16 Uhr:
13h flaute/getuckert; morgens im schiff temp 16grd

Heute Mittag waren die Jungs auf der senkrechten Linie, die durch die östlichste Azoreninsel geht, und zwar an der Stelle, die sich mit der anderen Linie schneidet, die etwas südlich von Cap Finisterre durch Galizien (Spaniens Nordwest-"Ende der Welt") geht.
Sie hatten eine Ewigkeit von 13 Stunden Flaute, aber der Wind kommt gewiss ...

Heute Morgen 6 Uhr UTC. Man sieht das Tief mit Regen und viel Wind schon bedrohlich von Westen anrauschen. Noch sind sie in dem Flautenloch.
Leider wird das Tief sich bis 20° West bewegen, sodass unsere man suutje und die Jungs zwischen 3 - 6 Uhr morgen früh teils mit 25 - 30 Knoten (6-7 Bft) und Regen zu kämpfen haben. (Poor boys!) Deshalb segeln sie jetzt schon etwas weiter östlich als eigentlich geplant. Das sollen sie aber nicht so lange tun, weil der Wind rechts dreht und als starker (Nord)Ostwind auf sie einbläst. Dem sollen sie tunlichst ausweichen, laut professioneller Wind-Törnberatung, die ich heute Morgen einholte.

Hier sieht man den NO-Wind. Ziel für man suutje ist es, so schnell wie möglich nach Norden zu segeln und dem (hier roten) Starkwindgürtel auszuweichen. Bei Cap Finisterre an der Costa del Morte werden als Spitze 8 -9 Bft erwartet.
 Aus dem Schiffsmotto "man suutje" (immer schön langsam) wird wohl in den nächsten Tagen nichts.