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Montag, 26. Januar 2015

Grenadinen III - Mustique

Wir segeln von Bequia zu dem nur 11 Seemeilen entfernten Mustique. Es ist herrlicher Wind, die Sonne scheint, wir haben Lust auf Abwechslung. Immerhin sind wir schon 1 Woche in Bequia, haben zwar den UV Streifen an der Genua repariert und eine Gasflasche frisch gefüllt bekommen, auch haben wir Antje und Ingo von der Amazone wieder getroffen und sind miteinander über die Insel in die Friendship Bay gelaufen, haben ein schwungvolles Konzert des Bequia Blues Fest besucht und einen Steelband-Abend erlebt, sind unzählige Male zum Baden ins Wasser gesprungen und ein paar mal an Land im schönen Bequia zum Essen oder zum leckeren Rum Punch gewesen ...  Den neu gerichteten Mastbeschlag des Kickers bekommen wir in 2 Tagen zurück. Es ist uns also nicht langweilig.Trotzdem fehlt uns das Segeln.
Also legen wir ab und laufen 2 Stunden später in die Ankerbucht von Mustique ein und kaum sind wir an einer der vielen Bojen fest, spurtet auch schon ein Marinero mit einem schnellen Schlauchboot heran, ein Informationsblatt am ausgestreckten Arm. Nachdem er sich höflich erkundigt hat, ob wir des Englischen mächtig sind, erklärt er uns die Hauptregeln des umfangreichen Verhaltenskodex für Segelbesucher: Fotoapparate und Nacktbaden sind nicht erlaubt. Die Insel betreten darf man zur Zeit auch nicht, außer auf einem kurzen Strandabschnitt um die Ankerbucht herum und zum 200m entfernten Dorf. Wir finden all diese Verbote gleichermaßen abtörnend.
Trotzdem sollen wir ihm für all diese Einschränkungen und das Festmachen in dem allerdings herrlich klaren Wasser für 3 Tage 200 $EC (Carribean dollars = 60 €) ins Schlauchboot hinüber reichen. Der Marinero weiß, dass dies kein akzeptables Angebot ist und ("Do you really want to stay?") räumt uns von vornherein Zeit zum Überlegen ein. 
Das tun wir. Wir landen kurz mit dem Dinghi an (klar erwischt uns und unsere Shorts eine Welle von hinten) und bestellen uns den teuersten Kaffee und Kuchen überhaupt jemals (75 $EC = 25 €). Weder Bryan Adams noch Tommy Hilfiger oder David Bowie lassen sich blicken. Auch von William und Kate keine Spur. Und Paul hätte doch so gerne mit Mick Jagger einen Rum Punch getrunken. Na gut, dann gönnen wir den Berühmtheiten ihre Ruhe und segeln bei herrlichem Wind zurück nach Bequia in die Friendship Bay. 


                                   Ein Foto von Mustique und eines von Bequias Südküste. 


Die Insel ist Besitz der Mustique Company, die auf der Insel zwei Hotels besitzt. Außerdem gibt es auf der Insel 89 private Villen. Weil sie über Luxus und Abgeschiedenheit verfügt, wird sie von vielen Prominenten besucht. [...]
1865 wurde Mustique von der Familie Hazell von St. Vincent zu einem Anwesen zusammengeführt. 1958 kaufte Colin Tennant, 3. Baron Glenconner die Insel für 45.000 £. Es existierten noch keine Anleger, und die Insel wurde von 100 Menschen in einem baufälligem Dorf, Cheltenham, nahe Cotton House bewohnt. Diese arbeiteten auf einigen Feldern und versuchten, Baumwolle, Erbsen und Getreide für die Familie Hazell anzubauen.
Eine der ersten Villen, Les Jolies Eaux, wurde von Prinzessin Margret an der Südspitze der Insel erbaut. Tennant schenkte Margaret, mit der er eng befreundet war, ca. 4 ha Land hierfür als ein Hochzeitsgeschenk 1960; sicher auch mit dem Hintergedanken, aus dem bis dahin recht unattraktiven Moustique (französisch: die Mücke) eine Insel des Jetset zu machen.“ (Wikipedia)