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Montag, 16. Februar 2015

Antigua - English Harbour (von Harm)

Karibik 15..02.2015 Sonnenuntergang und Sonnenaufgang
Nach 20 Stunden Nachfahrt haben wir den Hafen von Antigua erreicht. Dörte und Paul haben sich bei der rasanten Fahrt abgelöst. Aber es sollte nicht so laufen wie gewünscht. Nach ca. 20 sm kam eine Flaute und Paul wollte den Flautenschieber (Motor) anschmeissen. Das ging auch sofort, aber nach ganz kurzer Zeit hupte der Diesel. Er war zu heiss geworden. Paul untersuchte alles, Keilriemen o.k., Wasserpumpe ging, Warmwasserpumpe ebenfalls. Wir haben dann destilliertes Wasser nachgefüllt. Nach dem Test das Ergebnis: Motor weiterhin zu heiss. Was nun....? Dörte stand am Ruder und das Boot war unregierbar. Sollten wir zurück zur Insel? Paul meinte, es gäbe nur auf Antigua Fachleute für diesen Motor (Nanny). Plötzlich kam von Land ein Flugzeug. Es war stockdunkel, aber unsere Positionslampen und die Beleuchtung der Segel funktionierten. Es war ein Hubschrauber der eine Runde über uns drehte und dann nach Süden weiter flog. Retten wollte er uns scheinbar nicht. Unsere Hilfezeichen hätte er wohl bei der Dunkelheit nicht gesehen. Wir waren ziemlich ratlos - aber Untiefen waren nicht in Sicht und irgendwann würde ja auch wohl wieder Wind kommen. Wir haben weiter beratschlagt und ich fand noch einen Verschluss am Motor. Ich schlug vor ihn aufzumachen. Gesagt getan. Es war nicht zu viel Wasser drauf. Also ca 1,5 Ltr. destilliertes Wasser aufgefüllt und wieder getestet..... dat geit! Der Motor wurde nicht mehr heiss. Wir waren vorsichtig optimistsch. Nach einigen Seemeilen in langsamer Fahrt kam dann Wind auf und wir segelten in rasanter Fahrt nach Antigua. Von so kleinen Problemen lassen wir uns doch nicht beeindrucken ... oder!!??
English Harbour ist schön, unser Ankerplatz liegt in der Nähe des Strandes.
Beim Einklarieren treffen wir ein Paar aus Deutschland. Ich hörte, dass er aus Bremen kommt. Ich sag ihm, dass ich aus der Nähe von Verden komme - er sagt, dass er aus Klein Hutbergen stammt. (Siehe auch www.brand-sailing.com ). Die Leute, die ich ihm aus Klein Hutbergen nenne, kennt er alle ganz genau. Jetzt fällt mir wieder ein Spruch ein: Ich sag es ja immer wieder - nirgendwo kann man sich was erlauben - igendwer kennt einen immer. Das Lokal, in dem wir heute Abend essen wollen, "Shirley Heights", liegt hoch auf dem Berg über uns (hoffentlich schaffen wir den Weg noch rauf ... Ich hab Hunger! Andere sollen vorher zusammen gebrochen sein). Sonntags soll hier der Bär los sein. Wir wandern los und nach einigen hundert Metern sehen wir eine Abkürzung, die uns schneller auf den sonst eine gute Fusswanderweg entfernten Berg bringen soll. Zuerst ging es flott voran, aber der Weg entwickelte sich zu einem trockenen geröllartigen Flussbett. Das fanden wir zuerst ganz gut, weil wir die Musik von ober immer noch hören konnte. Es war eine Musik von einer schönen Reggae Band. Aber das Flussbett verengte sich immer mehr. Die ausgespülten Steine wurden immer grösser und aus der lockeren Wanderung wurde schon fast ein Bergsteigen. Irgenwann kamen zwei Schilder, die uns wohl den Weg zu unserer Veranstaltung wiesen. Wir entschieden uns das geröllartige Flussbett zu verlassen und den "Abkürzungsweg" über den kleinen Berg zu nehmen. Die Musik war kaum noch zu hören, aber wir marschierten weiter- schliesslich war es ja erst in 30 Minuten dunkel. Der Urwald wurde immer enger. Der Weg war eigentlich keiner mehr. Paul, mit seinen kräftigen Beinen immer voran, dann Dörte, dann ich. Jetzt bestraft uns das geringe "Wandern auf dem Schiff". Meine Waden wurden immer härter. Die Argaven - zuerst nur wenige - entwickelten sich zu Wäldern mit spitzen Nadeln an den Blatträndern. Wo keine spitzen Argavenblätter waren, standen Kakteen. Leider hab ich mich dann einmal daran abstützen müssen. Das Blut kam aus den Löchern. Um es abzukürzen ( es war eigentlich noch viel schlimmer als man es hier beschreiben kann) wir erreichten kurz vor Dunkelheit das Lokal, total durchgeschwitzt und fertig.
Nach einigen Rumpunsch und der super Musik von einer Steelband, wurden wir dann wieder normal. Es waren schon 100e von Besuchern da. Wie die wohl raufgekommen waren. Die Musik entschädigte uns von den Strapazen und die kalte Cola liess meine Kakteenhand abschwellen.

 Zurück nahmen wir ein Taxi. Ich habe trotz meines hohen Alters wieder viel dazugelernt. Insgesamt, in ein paar Tagen bei Licht betrachet, ein Tag von dem wir noch lange erzählen könnten. Aber das wisst ihr ja jetzt schon. Es wird wohl mein letzter Bericht aus der Karibik sein. Die Reise hat mir viel Spass gemacht und mein Verlangen nach Wärme im Winter und dem karibischen Flair, ist vorerst wieder einmal gestillt. Das Zusammenleben auf dem Boot und die erstklassige Versorgung haben mir gut gefallen. Das Leben auf dem Boot hat mich auch mit meiner Schwester Dörte wieder viel mehr zusammengebracht. Aus meiner Sicht sind wir uns doch viel ähnlicher, als ich dachte. Ich bedanke mich für die schöne Zeit auf "man suutje" und hoffe, dass meine manchmal unkonventionelle Art - auch beim Schreiben dieses Blogs- nicht zu sehr angeeckt hat. [Hat sie nicht.Die Redaktion. Die übrigens die unteren Bilder und Kommentare dazu setzt:] Beim Gang durch die Gemeinde ...
...sahen wir interessante Menschen ...
... und Boote ...
... Für welches hättet Ihr Euch entschieden?
Genau! Wir konnten uns auch nicht entscheiden und haben sie deshalb alle liegen lassen und sind zufrieden für eine Siesta auf unsere man suutje zurück.