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Dienstag, 10. März 2015

Marigot Bay- Ups and Downs

Das Leben ist ein Auf und Ab und auch wenn das Fahrtenseglerleben hauptsächlich im sorglosen Paradies statt findet, finden wir uns auch dauernd im Auf und Ab wieder. Nach den 4 sorglosen Tagen in der Supermarina Anse Marcel im Norden der zwi-nationalen Insel St Martin (franzöisch) / Sint Maarten (niederländisch), in der wir während vieler Winde gut an 2 Heckpfählen und Bugleinen festgebunden waren und deren endlich wieder einmal warme, gepflegte Duschen wir genossen haben und deren Waschmaschine es uns gestattete, unsere Wäsche endlich mal wieder selber in schwarz, weiß und bunt zu sortieren, liegen wir nun seit 3 Tagen nach einem kurzen aber schönen Segeltörn in der Bucht von Marigot, die uns u. a. das Einkaufen in einem „Super U“ Supermarkt super übertoll wie in Frankreich erlaubt, wo wir uns ja nun offiziell auch befinden.

So genießen wir hier zwar die „Zivilisation“ in dem Sinne, dass wir hier gefühlt und formell tatsächlich in Europa sind, trotzdem erscheint uns das meiste inzwischen fremd, genau weil es so europäisch ist. Und genauso wie es kulturell auf und ab (oder hin und her oder kreuz und quer. Gut so!) geht, geht es mit den Winden und dem Sicherheitsgefühl auch auf und ab. Wenn man im „Ab“ steckt, ist es weniger gut, aber nach bestandenen Härten haben wir wieder etwas überstanden und gemeistert: Die Voraussicht auf stärkere Winde und deren Vorkehrungen, das Ankermanöver, die Wahl des Ankerplatzes, die Törnplanungen ...
Kurz und gut: Es bläst!
Ungemütlich.
Sollen wir Ankerwache gehen?
Wir haben hier in der Marigot Bay im französischen Teil der Insel den in mancherlei Hinsicht optimalen Ankerplatz: Auf 3 m Wassertiefe, gleich neben der runden Stadt-Marina. Hier sind wir so optimal wie es geht vor stärkeren Winden geschützt und trotzdem in direkter Nähe zum Dinghianleger des Ortes. Heute fuhren wir mit großem Genuss in einem der vielen von uns geliebten, einheimischen Karibiksammelbusse nach Philippsburg (no AKW here, thank God), bummelten dort herum und fuhren mit dem gleichen Transportmittel über den kuriosen Kult-Strand-Ort an der Lande- und Startbahn des internationalen Flughafens nach Marigot zurück.

Peter, ein 74jähriger deutscher Segler, der uns gestern abend an Bord Gesellschaft leistete, liegt neben uns auf seiner kleinen Yacht und Elke und Werner wissen wir in einiger Entfernung auch hinter uns auf ihrem großen eleganten ehemaligen America´s Cupper, am Ende eines Feldes von circa 120 ankernden Yachten. Es windet also und wir erleben es miteinander. Und es schaukelt selbst in dieser geschützten Ecke ganz prächtig. Wie es Elke und Werner da draußen wohl geht? Wir werden sie, so nah sie uns sind, in den nächsten Tagen u. U. nicht besuchen können, weil die Winde laut Windguru noch zunehmen werden, und weder unsere Muskelkraft am Riemen noch unser 3,5 PS Außenborder kämen gegen diese Winde an.

Inzwischen haben wir den Plan gefasst, doch in die British Virgin Islands (BVI) zu segeln. Statt interessanter Ortschaften und Sehenswürdigkeiten erwarten wir zwar hauptsächlich türkisklares Wasser und gute Schnorchelgründe, die wir eigentlich nicht unbedingt woanders auch noch sehen müssen (Sind wir schon übersättigt von Idylle und Paradies? Erwarten und brauchen wir keine Steigerung mehr? Könnte es wirklich noch Schöneres geben als das, was wir schon erlebt haben?), aber es gibt sooo viele Berichte von der „BVI-Superlative“, angefangen von den schwärmerischen Augen meiner Eltern aus der Zeit von vor 35 Jahren, dass wir denken, wir könnten womöglich etwas verpasst haben, wenn wir dahin denn nun nicht auch noch segeln. Nun denn. Wir erwarten allerdings auch - the times they are a-changing – viel Nepp und Charter-Rummel. --- Wir werden berichten. See you, folks.