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Montag, 20. April 2015

Antigua Classic Yacht Regatta und die weiteren Pläne

In der wunderschönen Bucht von English Harbour nahmen wir gestern die Parade der Superlative unter den Klassischen Yachten ab. Die Fotos davon möchten wir euch nicht vorenthalten.
Chronos und Kairos aus den Niederlande/ www.sailing-classics.com
Größte Crew
Schnittigstes Schiff und höchster Mast

Übrigens ist uns das außergewöhnliche Glück, diese Reise machen zu können, jeden Tag bewusst, besonders im Kontrast zu den eingeschränkten Möglichkeiten der Menschen in den von uns bereisten Ländern. Wir haben das Privileg der Geburt in unserem Land – in unserer Generation.

Jedoch gibt es in diesem Traumleben durchaus Sehnsüchte und Wünsche.

Zum Beispiel die Sehnsucht nach der Waschmaschine zu Hause. Was von der Wäsche noch in gutem Zustand ist (das meiste ist ruiniert), könnte dort eine Chance auf Fleckenverlust haben.

Die Tageszeitung aus Papier mit lokalen Nachrichten steht auch auf der Wunschliste.

Deutschlandfunk wurde ein Jahr lang schmerzlich vermisst. Wie spricht man Tsipras eigentlich aus?

Weiterhin freuen wir uns auf viele kleine Dinge in der Heimat: Auf kühle frische Morgenluft, den Duft von Erde nach Regen, einen Spaziergang im Wald, das Fahrrad vor der Tür. Ebenso sind kreative Salate und das eigene große Bad große Sehnsuchtsobjekte. Und etwas Heimweh nach beautiful old Heidelberg gibt es auch.

2 Dinge vermissen Paul und ich richtig stark.
Das eine ist Bewegung. Sport. Auspowern. Hier ist es oft zu heiß.
Das andere sind Freunde und Familie. Ein Jahr Abwesenheit heißt, ganz vieles nicht mit zu bekommen, nicht teilen, nicht mit tragen, nicht mit bejubeln zu können.

Diese Schiffe sind wahre Schönheiten
Sincerity aus Norwegen
Peter von Seestermuehe aus Deutschland/ www.peter-von-seestermuehe,de
Argo von den BVI
Hier wird gejohlt und geklatscht während die Yachten defilieren

In 2 Wochen heißt es für mich „Karibik, adieu!“, denn ich fliege nach Hause. Paul und ich sind dann fast auf den Tag genau 1 Jahr mit man suutje auf Reisen gewesen. Wir hatten ab Juni 2014 bis heute nur Sommer. Wir haben ungefähr 7200 Seemeilen, also 13330 Kilometer hinter uns gelegt. Dabei besuchten wir 6 europäische und 12 karibische Länder, mit denen wir uns intensiv beschäftigten.
Veränderung, Neues und Herausforderungen standen täglich auf unserem Programm. Ein spannendes, abwechslungsreiches, genussvolles Leben.

Für Paul geht es noch einmal sehr spannend weiter.
Am 6. Mai 2015 kommen sein alter Schulfreund Jürgen und dessen Sohn Tede, zwei gestandene Segler. Miteinander segeln sie die nördliche 2500 sm-Strecke von Guadeloupe zu den Azoren, die eine größere Herausforderung darstellt als die erste Atlantiküberquerung von Ost nach West. Während man auf dem Südatlantik relativ gleichmäßige Passatwinde von achtern hat, zieht im Norden eine Vielzahl von Tiefs mit entsprechend starken Winden aus verschiedenen Richtungen über den Atlantik. Die erste Etappe von ein paar Hundert Seemeilen verläuft allerdings durch ein notorisches Flautengebiet, für das möglichst viel Diesel zum Motoren gebunkert wird. Es ist nicht geplant, auf den Bermudas einen Zwischenstopp einzulegen. Insgesamt veranschlagt Paul 20 – 25 Tage bis zu den Azoren.
Dann fliegen Jürgen und Tede nach Hause und Jens kommt eingeflogen.
Meine Rolle wird das Wettercoaching vom heimatlichen Computer aus sein, um erst Ende Juni in Südengland wieder für den „Einkehrschwung“ an Bord zu gehen und das gemeinsam begonnene Abenteuer bis nach Flensburg zu Ende zu segeln.