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Samstag, 18. April 2015

Antigua revisited

Das Ablegen fällt uns nicht schwer: Montserrat ist nicht unsere Insel. Die Menschen dort haben ein schweres Los zu tragen: Durch die Eruptionen des Vulkans Soufrière 1995, 1997, 2006, 2008 und 2010 ist nicht nur die Hauptstadt zerstört sondern auch der Optimismus der Bevölkerung getrübt worden: Von den ehemals 11000 Bewohnern der Insel ist mehr als die Hälfte emigriert. 2/3 der Inselfläche sind abgesperrt worden und unzugänglich. Auch von Hurrikans ist die Insel nicht verschont geblieben. Es kommen nicht viele Touristen nach Montserrat und auch nicht viele Segelboote. Vielleicht verleitet die überschaubare Anzahl von Besuchern den einen oder anderen Inselbewohner dazu, sich wenigstens an den wenigen schadlos zu halten. Wir waren jedenfalls mehrfach schamlosen Abzock-Versuchen ausgesetzt.
Der rot gerahmte Bereich um den südlichen Inselteil herum ist die "Maritime Exclusion Zone", also der Bereich, der auch für die Seeschifffahrt gesperrt ist. 
Geankert haben wir 2 Nächte im Nordwesten in der Rendezvouz Bay, die hübsch ist aber genau wie der Platz vor dem Hafenort in Little Bay dem Seegang ausgeliefert.
Nächtliche Flugabenteuer sind auch für Fliegende Fische riskant. Diesen hübschen Vertreter seiner Art finden wir morgens an Deck.
Montserrat im Kielwasser
Eigentlich wollten wir nach Guadeloupe, aber da der Wind um die Ecke von Montserrat anders als vorhergesagt ist, passt es super nach Antigua. Also segeln wir dieses Mal in die Bucht von Jolly Harbour.

Hier unterzeichnet Paul Papiere für die Zollfreigabe des bestellten und pünktlich gelieferten neuen Vorsegels. Wir können es Montag abholen.

In English Harbour beobachten wir die Antigua Classic Yacht Regatta.
Dafür klettern wir spontan auf die nächste Ecke. Mit falschen Schuhen aber traumhaften Ausblicken in jede Richtung
Nelson´s Dockyard von oben
Ganz oben ist der ehemals mit Harm hart erkämpfte Gipfel Shirley Heights
Fort Berkely riegelte den Hafen im 18. Jahrhundert als wichtigsten englischen maritimen Stützpunkt der Kleinen Antillen gegen nicht-englische Handelsschiffe während der Navigationsakte ab. Auch für die (französischen) Feinde war der Hafen uneinnehmbar.
Zur Belohnung für die Anstrengung in der Hitze ein Besuch in dem uns schon bekannten Café.
Historische Relikte vom Ende des 18.Jahrhunderts in Nelson´s Dockyard
Durch die Sohle ...
... immer wieder! Eindeutig die falschen Schuhe.
Nachher segeln wir nach English Harbour, weil es uns dort so gut gefällt und weil das Busfahren von Jolly Harbour dorthin mindestens 45 Minuten dauert. Man kann dort schön ankern und morgen findet die Parade der klassischen Yachten statt.