Translate

Donnerstag, 18. Juni 2015

Résumé vom Skipper

Ein kurzes Résumé unserer Passage von den Azoren nach Falmouth/ England:
Der ganze Törn war leider von ständigem Ostwind dominiert, so dass wir zumeist sehr hoch am Wind segeln mussten, bei viel Welle und Wind. Dies ist auf die Dauer sehr ungemütlich und belastend, für die Mannschaft aber speziell auch das Schiff.
Erst hier in Falmouth entdecken wir, dass das Rigg aufgrund der Belastungen einige Schäden aufweist, die sich aber zum Glück nicht bis zu einem Bruch einer Want ausgewirkt haben (1 - 2 Kardeele von 4 der insgesamt 6 Wanten, nämlich der vorderen und der hinteren, sind gebrochen).
Der Schaden an der erst vor 6 Monaten erneuerten vorderen Want...
Sehr erleichternd war sicher das reibungslose Funktionieren der Simrad-Selbststeueranlage. Dies ersparte es uns, bei Wind und Wetter selbst hinter dem Steuerrad zu stehen. Stattdessen konnten wir uns fast immer in dem geschützten Raum unter der Sprayhood aufhalten.
Was macht man ohne Fernsehen und Radio in den langen Stunden an Bord, außer Wind und Wellen, Navigation, Segelführung und Technik beobachten? Lesen, schlafen, kochen, essen, immer im Wechsel.
Unser Bücherstapel, im Hafen fotografiert
Auch an elektrischer Energie für den Betrieb von Navigation und Selbststeueranlage mangelte es nie, da unser Windrad ständig mit guter Leistung in Betrieb war.
Jürgen hat täglich für eine leckere Mahlzeit gesorgt. Wegen der ständigen Schräglage haben wir fast immer aus unseren Müslischalen gegessen, die Tede hier jongliert.
Der Tomaten-Wurst-Eintopf...,
manchmal unvergleichliche Sonnenuntergänge...
und beeindruckende Wolkenformationen.
Gelegentlicher Besuch von Delfinen...,
Jonathan, unsere Bordmöve, besuchte uns etwa 24 Stunden lang, anfangs total erschöpft. Wir päppelten ihn auf, irgendwann wurde er dann wieder mobiler.
Lizard Point, das Cliff kurz vor Falmouth kommt in Sicht.
Ein letztes Foto der Crew, morgens um 6:00h geht es für Jürgen und Tede mit dem Zug heimwärts.
Unter dem Strich sind wir dankbar, es heil bis nach Falmouth geschafft zu haben. Neben einer umsichtigen Seemannschaft ist dies auch der hervorragenden Stabilität unser alten Malö-116 zu verdanken. Und - einer Portion Glück: wir hatten tagelang starken Wind, aber keinen Sturm und es ist nichts schwerwiegendes kaputt gegangen. Der wichtigste Faktor vielleicht auch: eine sehr gute Mannschaft, die diszipliniert und in immer guter Stimmung diese doch teilweise großen Entbehrungen freiwillig auf sich genommen hat.

In Summe legten wir seit Guadeloupe 31 Tage auf See und 4098 Seemeilen zurück. Das sind so etwa 7000 km.